Ein 37-Jähriger und seine fünfjährige Tochter stürzten in den Lungerersee. Vreni brachte die Verunfallten ins Warme und versorgte sie anschliessend mit trockenen Kleidern.

Ein 37-Jähriger stürzte am Freitagabend mit dem Auto in den Lungerersee. Auf dem Beifahrersitz sass seine fünfjährige Tochter. Feuerwehrkommandant Sämi Zumstein zögerte keine Sekunde, zog Jacke und Schuhe aus und rettete die beiden aus dem fünf Grad kalten Wasser.
Vreni und ihr Mann wohnen direkt am See und haben die Rettungsaktion nicht nur beobachtet, sondern auch daran mitgewirkt: «Ihr Mann eilte mit einem Seil zu Hilfe, während ein Nachbar die Rettungsdienste alarmierte.» Auch sie habe dann Jacke und Schuhe angezogen und sei nach draussen gerannt.
«Der Feuerwehrmann kam da gerade aus dem Wasser und legte die Fünfjährige meinem Mann in die Arme», sagt Vreni. «Ich nahm ihm das pflotschnasse, weinende Mädchen ab, rannte ins Haus, liess warmes Wasser ins Bad und setzte sie hinein.»
Trockene Kleidung für die Verunfallten
Das kleine Mädchen habe zunächst unaufhörlich geweint, sagt Vreni. «Als sie merkte, dass die Wärme guttat, beruhigte sie sich etwas.» Der Vater sei wenig später völlig durchnässt ebenfalls in die Wohnung gebracht worden. Sie habe ihm die Kleider ihres Mannes gegeben und seine nassen Kleider in einen Sack gepackt, sagt Vreni.
Auch etliche andere Anwohnerinnen und Anwohner hätten bei der Rettungsaktion mitgeholfen, betont Vreni. Etwa habe ihre Nachbarin trockene Kleider und Wolldecken für die Fünfjährige gebracht. Andere hätten ihre Autos angehalten und seien zur Unfallstelle gerannt. «Jeder hat einen Beitrag geleistet, nur deshalb konnten sie gerettet werden.»
«Gemeinsame Leistung»
Die Polizei, der Krankenwagen sowie die Feuerwehr seien in kurzer Zeit vor Ort eingetroffen. Den beiden sei es den Umständen entsprechend gut gegangen, heisst es. Die Polizei habe die beiden anschliessend nach Hause gefahren. «Ich hoffe, sie konnten sich von ihrem Schock erholen», sagt Vreni. Der Feuerwehrkommandant Zumstein sei auf jeden Fall «ein Held».
«Ich hoffe, sie konnten sich von ihrem Schock erholen.»
Vreni (60)
Woher die beiden verunfallten Personen stammen, ist unklar. Gemäss übereinstimmenden Aussagen von Anwohnern wohnten der Vater und die Tochter nicht in der Region. «Aus Lungern waren die beiden wohl nicht.» Aufgrund des laufenden Verfahrens und aus Gründen des Datenschutzes gibt die Kantonspolizei Obwalden keine Auskunft zur Identität der Verunfallten.
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