Im Kanton Zug wird erstmals schweizweit eine Bezahlkarte für Asylsuchende eingeführt. Eine Grafik zeigt, wie viel Geld ein Asylsuchender im Kanton monatlich erhält.

Der erste Kanton der Schweiz führt die Bezahlkarte für Asylsuchende ein. Ab anfangs 2026 erhalten 200 bis 400 Asylsuchende in Zug im Rahmen des Pilotprojekts eine Prepaidkarte.
20 Minuten hat im Kanton mit verschiedenen Asylsuchenden über die Bezahlkarten gesprochen. Die Asylsuchenden wurden bisher nicht über die Details informiert. Eine gezielte Information erfolgt, sobald diese feststehen und die Einführung konkret bevorsteht. Dies werde laut dem Kanton «frühzeitig und umfassend» geschehen.
Asylsuchende erzählen von knappem Geld
Ibrahim (31) aus Guinea findet es gut, wenn er eine Karte erhält: «Man bezahlt in Europa kaum noch mit Bargeld.» Für ihn sei es nicht schlimm, wenn seine Ausgaben überwacht würden: «Ich gebe das Geld für Essen und Kleidung aus – viel bleibt da nicht übrig. Ich habe noch nie Geld nach Hause geschickt.»
Eine junge Frau aus dem Kongo erzählt: «Für mich ist das nicht gut, denn wir haben die Kinder zurückgelassen und manchmal sparen wir ein bisschen, um ihnen etwas zu schicken.»
«Das Geld reicht knapp aus»
Ein 50-jähriger Eritreer, der eine Arbeitsbewilligung erhalten hat, erzählt von seiner Zeit, als er Asylsozialhilfe bezog: «Ich habe nie Geld nach Hause geschickt. Dazu reicht das Geld nicht, denn das Leben in der Schweiz ist teuer. Das Geld reicht knapp für günstiges Essen und die nötigsten Kleider und Transportmittel. Fleisch gab es selten.» Eine Karte zu haben sei praktisch – «aber wenn ein Gerät einmal nicht funktioniere, fehle die Flexibilität».

Eine 30-jährige Eritreerin sagt, dass das Geld nur knapp für sie selbst reicht: «Es ist wenig Geld – etwa 600 Franken pro Monat, die für Essen, Kleider und Miete ausreichen müssen.»
Budget einer alleinstehenden Person
Wegen des Wohnungsmangels leben die meisten Personen in kantonalen Unterkünften, deren Kosten der Kanton trägt. Ausserdem werden Gesundheitskosten durch den Kanton übernommen und direkt mit der Krankenkasse abgerechnet. Deshalb erhalten Asylsuchende in diesen Segmenten kein Geld.
Bei Bedarf können zusätzliche Unterstützungen und eine Integrationszulage für nicht erwerbstätige Personen gewährt werden.

Statistiken zu Überweisungen in Herkunftsländer
Zahlen dazu, wie viel Geld Asylsuchende in ihre Heimatländer schicken, gibt es keine. Bei Migrantinnen und Migranten sieht es anders aus: Laut einer Studie der Universität Zürich aus dem Jahr 2023 gehört die Schweiz zu jenen Ländern, aus denen Migrantinnen und Migranten am meisten Geld in ihre Heimatländer überweisen.
Auch das Bundesamt für Statistik hatte im selben Jahr gemeinsam mit der Schweizerischen Nationalbank Zahlen veröffentlicht:

Gründe für den beobachteten Anstieg seien die wirtschaftliche Liberalisierung, die zunehmende Migration und die vermehrte Einwanderung gut ausgebildeter und somit besser verdienender Arbeitskräfte.
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